Die Frage nach den Schwächen

Personaler sind eine ganz spezielle Sorte Spezies. Sie sind tatsächlich der Meinung, potenzielle Bewerber für die Eignung auf eine offene Stelle beurteilen zu können. Dazu bedienen Sie sich Methoden, die einen möglichst wissenschaftlichen Anstrich haben.
Dazu machen sie Anleihen in der Psychatrie, die eigentlich für Kranke entwickelt wurden und transformieren Sie auf gesunde, ihnen eigentlich überlegene Personen.

Die berühmteste Frage, die die Quacksalberei entlarft, ist die Frage nach den Schwächen eines Bewerbers. Angeblich möchten die Personaler herausfinden, ob der Bewerber zur Selbstreflexion in der Lage ist. Wie idiotisch ist das denn? Meint der Personaler tatsächlich, dass nur ein einziger Bewerber seine Schwächen offen darlegen würde? Da müsste der Bewerber ja krank im Kopf sein.

Dem Bewerber bleibt doch gar nichts anderes übrig, als sich irgendeine angebliche Schwäche auszudenken. Dabei kommt es dann nur noch darauf an, wie glaubwürdig er ist. Er kennt ja den Zweck der Frage ganz genau: "Selbstreflexion". Es kommt darauf an, die Fähigkeit zur Selbstreflexion darzustellen und eine möglichst glaubhafte Schwäche auszudenken. Die in den Bewerbungsratgebern genannte Schwächen sollte er keinesfalls benutzen. Oder Schwächen, die in Wirklichkeit Stärken sind. Die kennt der Personaler nur zu gut. Es sollte also mehr nach echter Schwäche aussehen und die Aspekte dieser angeblichen Schwäche müssen sehr gut trainiert sein. Es darf keinesfalls sein, dass der Personaler durch Nachfragen die erfundene Schwäche als solche entlarft. Man muss seine Rolle so gut einstudieren, dass man sie nachher selber glaubt. Man muss sich mit Psychologie besser auskennen, als der Personaler!

Man muss davon ausgehen, dass die Personaler viel dümmer sind, als sie sich das selber eingestehen. Vor allem fallen sie auf scheinbare Analogien herein, wie sie auch unter Alternativheilern üblich sind. Z.B. wird von Ausdauer im Sport auf Ausdauer im Beruf geschlossen. Bedienen wir diese Quacksalbereien! Nicht Bewerberhandbücher lesen, sondern die Literatur für Personaler, um heraus zu bekommen, wie diese ticken. Um sich in diese kranken Hirne hinein zu versetzen.

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